Projekt in Uganda

Der Start mit der Crew vor Ort verlief anfänglich gut und speditiv. Wir mussten jedoch im Verlauf der Entwicklung feststellen, dass das Projekt nicht in die Richtung verlief, in die wir es haben und finanzieren wollten. So beschloss der Vorstand, das Projekt ohne die Crew, in einer bescheidenen Form durchzuführen und zu verwirklichen. Dieser Entscheid hat sich gelohnt. Wir starten nun vorerst ab 1. Juli mit zwei Klassen, mit 20 Schülern. Diese werden in Fashion und Design ausgebildet. Das heisst, sie lernen zu schneidern, nähen und sollen nach einem Jahr so ausgebildet sein, dass sie selbständig ein Nähatelier eröffnen können. Die Ausbildung endet mit einem Diplom. Bei der Auswahl der Studenten achten wir darauf, dass junge Männer und junge Frauen zu je 50% vertreten sind, dass pro Familie oder Clan nur eine Person aufgenommen wird und dass die jungen Leute Gewähr bieten, die Ausbildung zu Ende zu führen und auch die Gewähr, dass sie regelmässig am Unterricht teilnehmen. Die Schule wird so aufgebaut, dass alle nebenbei noch einen Halbtagsjob machen und sich etwas Geld verdienen können.  Für dieses Projekt haben wir ein kleines Team vor Ort, das wir gut begleiten und gut überprüfen können. Erst nach einem Jahr Erfahrung, werden wir entscheiden, das Projekt zu vergrössern und andere Berufsausbildungen anzubieten.

Am 1. Juli 2019 starteten die ersten 20 Studenten mit ihrer Ausbildung in Fashion and Design. Nachfolgend gibt es einige Bilder Dazu.

Fashion and Design

Dies als Berufsbezeichnung für die Ausbildung, die changing-lives in Uganda anbietet.

Nach einem eher schwierigen Start in Uganda, sind wir nun ein sehr gutes und auch zuverlässiges Team. Mit der Leitung von Rahim Katongole sind wir sehr zufrieden. Rahim ist zuverlässig, kritisch, geht mit dem Geld gut um, rapportiert jede Woche, schickt Bilder, ist gut vernetzt und macht einen wirklich guten Job. Er ist, so sehe ich dies, ein Glücksfall.

Wir führen zwei Klassen mit je 20 Studenten und die jungen Leute lernen zu schneidern. Sie lernen auch Muster zu entwerfen, sei dies für Hosen, Jacke, Hemd oder Mantel, sie lernen wie man einen Kragen näht, wie Hosensäcke genäht werden aber auch sehr feine Sachen wie zum Beispiel gerade jetzt, ich erhielt Bilder von Stickereien, sie lernen die schönsten Bilder zu sticken und sie lernen auch mit verschiedenen Materialien umzugehen.

Ziel dieser Schule ist es, dass sich die jungen Leute nach einer einjährigen Ausbildung  den Lebensunterhalt selber verdienen können indem sie Kleider nähen, Änderungen durchführen und mit dem gelernten auf eigenen Füssen stehen können. Am Schluss der Ausbildung werden wir sie in die Selbständigkeit führen, ihnen das Wissen vermitteln, welche Bewilligungen notwendig sind, wie man eine Buchhaltung führt und wie man Rechnungen schreibt. Wir werden auch versuchen, sie am Anfang mit einem Mikro Kredit zu unterstützen.

Wenn mit dieser ersten Ausbildung alles gut läuft, werden wir ab dem nächsten Jahr weitere Ausbildungen anbieten. Sei dies als Coiffeur, Koch aber auch eine Computerausbildung schwebt uns vor.

Wichtig ist immer, dass wir gute Lehrer finden und auch die Schüler gut selektionieren. Dabei achten wir immer, dass wir je zur Hälfte Frauen und Männer haben und diese Quote ist in den Köpfen der Mitarbeitenden.

Afrika ist nicht vergleichbar mit Asien, mit Kambodscha, es ist eine andere Liga, eine ander Forderung, hier zu arbeiten. Die Probleme sind viel grösser im Land, die Menschen ärmer, politisch ist das Leben extrem schwierig und dazu auch gefährlich. In Uganda gibt es viel Ungerechtigkeit, Korruption, Kriminalität, Misswirtschaft, grosse Armut, viel Prostitution, Drogen, Alkohol und Gewalt. Kampala ist kein Ort der Erholung und die Bürokratie ist gross, es sind komplizierte Abläufe, sie kennen keine Adresssysteme mit Strassen oder Hausnummern, Computermässig sind sie noch im letzten Jahrhundert und so ist auch der Mailverkehr schwierig. Mit all diesen Problemen wird das Leben nicht einfacher.

Es gibt wie überall sehr liebenswürdige Menschen aber alle haben Probleme, vorwiegend Geld- aber auch Gesundheit-, Transport- und auch grosse Wohnprobleme. Es gibt keinen Schutz weder beim Wohnen noch als Arbeiter. Man ist auf das Wohlwollen des Vermieters und des Arbeitgebers angewiesen. Als Europäer tut man gut daran, sich neutral zu verhalten, immer eine gesunde Distanz zu Menschen und auch zu Sachen zu pflegen und nicht emotional zu reagieren. Uganda braucht eine gewisse Coolness, gesunden Menschenverstand und rationales Handeln. Changing-lives versucht die Probleme wahrzunehmen, Lösungen zu finden und situativ zu handeln, ohne sich emotional einzubringen. Mit einer Berufsausbildung tun wir viel mehr für die Leute dort als mit einer rein intellektuellen Ausbildung wie wir dies in Kambodscha praktizieren. In Uganda nützt im Moment das beste Studium, ein Bachelor oder ein Master nichts, denn die Leute sind nach der Ausbildung arbeitslos. Eine Stelle zu finden ist extrem schwierig und die Löhne sind so tief, dass damit ein eigenständiges Leben nicht möglich ist. Daher wollen wir die Menschen beruflich so ausbilden, dass sie eine echte Chance haben, selbständig zu arbeiten.